Auf dem Vormarsch: digitales Recruiting

Auf dem Vormarsch: digitales Recruiting

Klassische Bewerbungs- und Einstellungsprozesse sind durch das Coronavirus nur noch bedingt möglich. In einigen Branchen wird trotz oder gerade wegen der Corona-Krise händeringend nach Arbeitskräften gesucht. Im Lebensmitteleinzelhandel, bei der Bahn oder im medizinischen Bereich nimmt digitales Recruiting krisenbedingt Fahrt auf. Aber nicht nur Konzerne wie die Deutsche Bahn oder auch REWE setzen auf virtuelle Bewerbungsverfahren, ich kenne auch viele Mittelständler und Start-Ups, die ihre Recruitingprozesse aktuell digitalisieren.

Bisher war es bei vielen Firmen so: Bewerbungen gingen per Mail oder sogar per Post ein, wurden ausgedruckt oder kopiert und allen Beteiligten ins Fach gelegt. Jetzt wird – endlich – in großem Umfang auf digitale Prozesse umgestellt. Ein gutes Beispiel ist die Deutsche Bahn: Der Mobilitäts- und Logistikkonzern setzt wegen der Corona-Krise bei Einstellungsverfahren auf digitale Bewerbungsgespräche. Tausende Vorstellungsgespräche seien zuletzt „virtuell“ erfolgt, teilte das Unternehmen in Berlin mit. Auch Recruiting-Events finden bei der DB aktuell in digitalen Formaten statt. Vorträge, Mitarbeiter-Castings und Info-Tage würden nach Möglichkeit online übertragen. Damit macht die HR-Abteilung der Bahn einen großen Schritt in Richtung Digitalisierung.

Neue Technik – neue Möglichkeiten

Während Telefoninterviews vor einem ersten Kennenlernen eigentlich zur Regel gehören, gibt es digital neue Möglichkeiten, mehr über den Kandidaten zu erfahren, ohne ihm gegenüber zu sitzen. Video-Calls über Skype, Teams oder Zoom, Chat-Angebote mit WhatsApp oder auch Recruiting über Social Media. Die Supermarktkette REWE nutzt beispielsweise Snapchat zum Recruiting von Nachwuchskräften. Der Lebensmitteleinzelhändler geht davon aus, dass er während der Corona-Krise schlimmstenfalls doppelt so viel Mitarbeiter in den Märkten einstellen muss wie vor Corona. Um ausreichend Personal zu finden, setzt das Unternehmen auch auf eine neue Technologie, die automatische sprachgeführte Chat-Bewerbung über das Handy. „Talk’n’Job“ heißt die Software des Heidelberger Start-ups „Better Heads“. Das Verfahren ist einfach: Wer sich für einen Job interessiert, klickt auf einen Link in der Stellenanzeige oder scannt einen QR-Code und bekommt sofort per Ton die Fragen gestellt, die für den Job wichtig sind: relevante Berufserfahrung, Qualifikationen wie Lkw-Führerschein oder Staplerschein oder auch gewünschte Arbeitszeiten. Die Antworten sprechen die Bewerber einfach ein. Sie werden über eine automatische Spracherkennung in eine Textdatei umgewandelt, ähnlich angelegt wie ein tabellarischer Lebenslauf. So bekommen die Personalverantwortlichen einen ersten Überblick über Erfahrungen und Qualifikationen der Kandidaten. 

Sag niemals nie

Bewerber ersparen sich Reisezeit und das Gespräch ist womöglich für manche Menschen in einem bestehenden Arbeitsverhältnis besser vereinbar. Was jedoch nicht unterschätzt werden darf ist die persönliche Komponente des Bewerbungsgesprächs, über die Soft Skills wie Anpassungsfähigkeit, Führungskompetenz, Teamfähigkeit und mehr erkennbar gemacht werden können. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie die Methodik der Bewertung ändern und die Eignung der Bewerber mit Hilfe von Videochats, digitalen Einstellungstests und anderen Online Tools beurteilen müssen. Digital gilt es, die Persönlichkeit des Bewerbers greifbar zu machen – ohne persönlichen Kontakt. Das ist aus meiner Sicht die größte Aufgabe. Im virtuellen Bewerbungsgespräch sollte man vermehrt auf verhaltensbezogene Fragen setzen und auf die Reaktionen der Bewerber achten, wie beispielsweise Begeisterung, Bereitschaft oder Akzeptanz. Das digitale Recruiting bedarf also einer klaren, unmissverständlichen Kommunikation von beiden Seiten.

Niemand weiß, wie sehr die Corona-Krise den Arbeitsmarkt noch verändern wird. Eins ist aber sicher: Als Recruiter sollte man sich mit den neuen Arbeitsformen und Möglichkeiten auseinandersetzen.

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