Titelbild_Buchempfehlung_Tools of Titans_Tim Ferriss

Buchbesprechung: Tools of Titans

Heute stelle ich Ihnen ein ungewöhnliches Buch vor: „Tools of Titans“. Es werden Wissen und Ideen von nahezu 200 Top-Performern aus Wirtschaft, Sport und Kreativwirtschaft abgebildet. Zusammengestellt hat es einer der laut Fast Company innovativsten Geschäftsleute überhaupt: Tim Ferriss.  Er ist Investor, Business Angel, Autor und Unternehmer, Gastgeber der Tim Ferriss Show und Produzent von Podcasts, in denen er erfolgreiche Menschen nach ihren Erfolgsgeheimnissen fragt. Über 150 Millionen Mal sind diese inzwischen heruntergeladen wurden, und zwar mit Recht. Ich selbst höre die Podcasts regelmäßig beim Lauftraining und komme immer inspiriert vom Workout zurück.

Meist sind es nicht die großen Strategien oder Geschäftsmodelle, um die es geht. Vielmehr erfahren wir etwas über die Gewohnheiten, das Zeitmanagement, die Lieblingsbücher, den Start in den Tag oder Ideen und Glaubenssätze von Top-Performern. Aus diesen Podcasts entstand das heute empfohlene Buch. Es eignet sich hervorragend zum Stöbern, wirklich jeder wird eine Inspiration oder Motivation darin für sich entdecken. Ein paar Geschichten aus dem Buch möchte ich hier beispielhaft mit Ihnen teilen, um Sie neugierig zu machen.

1.  Marc Andreessen

Er ist eine Silicon Valley Legende und einer der einflussreichsten Tech-Investoren der Welt. Unter anderem ist er Mitgründer von Firmen wie Netscape oder Loudcloud, Entwickler von Mosaic, einem der ersten internationalen Webbrowser. Er gilt als einer der Gründungsväter des modernen Internets.

Im Buch gibt er einige tolle Anregungen. Zum Beispiel den „Stress-Test“ oder das Motto „Strong views, loosely held“.

Der Stress-Test

Marc Andreessen bringt keine einzige Idee auf den Markt, ohne sie diesem Test zu unterziehen. Dabei geht es darum, die beste Idee zu zerfleischen, bevor sie weiterentwickelt wird. Kommt er selbst oder sein Geschäftspartner mit einer neuen Idee, ist das gesamte Team aufgefordert, diese auseinanderzunehmen. Und dann, ganz am Ende, wenn Andreesesen dann immer noch auf den Tisch haut und sagt ‚Nein, nein, das ist das nächste große Ding!‘, dann sind alle dabei. Er nennt es Kultur von Ablehnung und Bekenntnis (‚disagree and commit‘ kind of culture). Ich finde das äußerst hilfreich für den Arbeitsalltag und mache das selbst oft, wenn auch vielleicht nicht so drastisch. Bei neuen Ideen hole ich mir gerne Feedback von anderen ein, und zwar auch von denen, die oft sehr kritisch sind. Erst, wenn ich auch die herausfordernden Aspekte gehört habe und trotzdem von meiner Idee noch überzeugt bin, gehe ich in die Umsetzung.

Starker Standpunkt, locker gehalten

Und auch ein weiterer Grundsatz von Marc Andreessen hat mich nachhaltig inspiriert, im englischen Original heißt er: „Strong views, loosely held.“ Unter „Strong views“ versteht er Standpunkte, die nicht der Massenmeinung folgen. Er sagt, wer viel Geld, Zeit oder beides in die Hand nimmt, sollte von einem eigenen Standpunkt sehr überzeugt sein, unabhängig vom allgemeinen Konsens. Und warum „loosely held“ – locker gehalten? Weil die Welt sich ändert. Vielleicht kommen neue Informationen zu den bekannten hinzu. An dieser Stelle ist die Fähigkeit des Loslassens wichtig, so Marc Andreessen. Sehr erfolgreiche Menschen sind seiner Meinung nach in der Lage, äußerst hartnäckig für ihre einzigartigen Überzeugungen zu kämpfen – um dann, wenn eine neue Information oder ein besseres Argument auf den Tisch kommt, zu sagen: „Du hast total recht. Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht.“ Haben Sie diesen Satz schon einmal gesagt? Mich hat er sehr inspiriert. Seit ich diesen Part gelesen habe achte ich sehr genau darauf, ob negatives Feedback fundiert ist und wenn das der Fall ist, lasse ich meine Idee fallen oder ändere sie. Aber eben nur dann.

Auf die Fähigkeit des Loslassens bezieht sich ebenfalls ein weiterer sehr spannender Grundsatz des Managements: Jeff Bezos vertritt die Philosophie „Stubborn on Vision, flexible on Details“. Diese Haltung hat ihn mittlerweile zum reichsten Menschen der Erde gemacht.

2. Naval Ravikant

Etwas weniger bekannt, aber nicht weniger erfolgreich als der vorgenannte ist Naval Ravikant. Als CEO und Gründer von AngelList hat er bereits in Unternehmen wie Twitter, Uber und Yammer investiert. Dabei ist er als großer Denker bekannt, der die bestehenden Verhältnisse radikal und konsequent in Frage stellt. Im Buch Tools of Titans ist er mir durch seine Äußerungen über Freude im Gedächtnis geblieben – nicht jedermanns Paradedisziplin.

Entscheide, glücklich zu sein

Er sagt: „Der wichtigste Trick, um glücklich zu sein, ist: Realisiere, dass das eine Entscheidung ist, die Du treffen und eine Fähigkeit, die Du lernen kannst. Du entscheidest, glücklich zu sein und dann arbeitest Du daran. Als wenn Du einen Muskel aufbaust.“ Dazu gibt er mehrere konkrete Tipps, unter anderem diesen: „Begehrlichkeit macht Dich so lange unglücklich, bis Du kriegst, was Du willst.“ Ich fühlte mich beim Lesen und Hören hier etwas ertappt und nahm mir gleich vor, mich hinsichtlich meiner Wünsche und Ziele etwas zu reduzieren. Und noch einen weiteren Gedanken teilt er mit uns, den ich allerdings für wenig praktikabel halte. Ich teile ihn trotzdem mit Ihnen, weil die Grundidee dazu anregt, sehr sorgfältig darauf zu achten, mit wem wir uns in geschäftlichen Dingen umgeben: „Wenn Du Dir nicht vorstellen kannst, mit jemandem Dein ganzes Leben lang zusammenzuarbeiten, solltest Du nicht einen einzigen Tag mit dieser Person arbeiten.“ Ich habe mir daraus die Maxime gezogen, bei neuen Mitarbeitern oder Geschäftspartnern sehr genau darauf zu achten, ob ich mir die Nähe zu dieser Person dauerhaft vorstellen kann.

3. Arnold Schwarzenegger

Den kennen Sie natürlich. Was nicht jeder weiß, ist, dass Arnold Schwarzenegger schon Millionär war, bevor er in Conan der Barbar oder Terminator spielte. Als studierter Wirtschaftswissenschaftler gelang es ihm durch geschickte Immobilienan- und verkäufe, seine Schauspielkarriere so lange zu finanzieren, bis diese sich trug. Sein Motto lautete:

Besetze eine einzigartige Nische

Das musste er als Schauspieler auch. Arnold Schwarzenegger wusste, dass er mit seinem Aussehen niemals eine der gängigen Rollen würde ergattern können. So wird er folgendermaßen zitiert: „I never auditioned. (…) Everyone is going to look the same, and everyone is trying to be the blond guy in California, going to Hollywood interviews and looking somewhat athletic and cute and all this.” Es war ihm also klar, dass er im direkten Vergleich niemals gewinnen würde. Also stellte er sich die Frage, welche Nische er besetzen konnte. Eine Nische, die nur ihm gehörte. Immer wieder musste er sich dabei anhören, dass er nie erfolgreich sein würde. Die Zeit für Bodybuilder sei eben vorbei und er sähe überhaupt viel zu muskulös aus. Aber Schwarzenegger wusste, dass seine Zeit kommen würde. Und sie kam auch. Als die Ausschreibung für Conan vorlag, war klar, dass das die einzigartige Chance war, auf die er gewartet hatte. Tim Ferriss schreibt dazu: „Arnold war in der Lage, seine Schwäche zu seinem größten Kapital zu machen. Er konnte den richtigen Augenblick abwarten. Und er musste sich nicht hetzen lassen, um Geld zu verdienen.“ Ich mag diese Geschichte, denn viele Menschen glauben nur so lange an sich oder ihre einzigartige Idee, bis sie den ersten Gegenwind spüren. Dabei ist unsere Mainstream-Welt voll von Nischen, die nur darauf warten, dass sie besetzt werden. Wer es sich leisten kann, hier einen langen Atem zu haben, sollte das unbedingt tun.

Man könnte seitenlang aus dem Buch zitieren, aber das sprengt natürlich den Rahmen. Hier sind noch ein paar Zitate für Sie, die mir besonders gut gefallen:

  • “Sie planen, etwas Bestimmtes aus Ihrem Leben zu machen und Sie haben einen Zehnjahres-Plan? Fragen Sie sich: Warum kann ich das nicht in sechs Monaten erreichen?” (Peter Thiel)
  • “Die Welt verändert sich durch Dein Vorbild, nicht durch Deine Meinung” (Paulo Coelho)
  • „Wenn 99% der Leute an Dir zweifeln liegst Du entweder total falsch oder Du bist im Begriff, Geschichte zu schreiben.” (Scott Belsky)
  • “Kreativität kann man nicht aufbrauchen, je mehr man sich ihrer bedient, desto mehr wächst sie.” (Maya Angelou)

Ich möchte Ihnen dieses Buch ans Herz legen, gerade jetzt zur Urlaubszeit. Ich verspreche Ihnen, dass Sie etwas daraus mitnehmen, das Sie den Rest Ihres Karrierelebens begleiten kann. Viel Freude mit dem Buch!

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