Buchbesprechung: „Trillion Dollar Coach“

Buchbesprechung: „Trillion Dollar Coach“

Eric Schmidt, Jonathan Rosenberg und Alan Eagle haben ein weiteres Managementbuch mit dem Zeug zum Bestseller geschrieben. Nach „How Google Works“ haben sich die drei erfolgreichen Manager mit „Trillion Dollar Coach“, das Leben und das Know-how von Bill Campbell, den sie alle „Coach Bill“ nannten, vorgenommen. Um ihren Mentor zu ehren und zukünftige Generationen zu inspirieren, haben sie seine Erkenntnisse und Ratschläge in einem spannenden Management-Leitfaden kodifiziert.

Campbell war früher Footballspieler und -coach an der Columbia University, aber auch auf der Karriereleiter nahm er die Überholspur, u. a. wirkte er als Vizepräsident Marketing bei Apple und wurde Mentor einiger der größten Namen der Tech-Branche, darunter Steve Jobs, Jeff Bezos, Larry Page und Eric Schmidt. Der vielleicht wichtigste Tipp, den der „Coach“ ihnen allen gegeben hat, war dieser: „Ihr Titel macht Sie zu einem Manager. Ihre Leute aber werden entscheiden, ob Sie eine Führungskraft sind. Und es liegt an Ihnen, diesem Anspruch gerecht zu werden.“ Jobs, Bezos und Page ließen einstimmig verlauten, dies sei der beste Karriererat, den sie je erhalten hätten und ich kann ihnen da nur beipflichten. Im Grunde hängt Führungskompetenz entscheidend von der Frage ab, ob die Mitarbeiter ihre Führungskraft als solche akzeptieren.

Ich möchte Ihnen hier Lust auf das Buch machen, es liest sich leicht und inspiriert dabei. Die fünf Erfolgsfaktoren, die Campbell definiert, um eine gute Führungskraft zu sein, möchte ich mit Ihnen an dieser Stelle aber teilen:

Die 5 Erfolgsfaktoren des Coachs

Wer am Beginn seiner Karriere steht und vielleicht erste Führungsverantwortung übernimmt, wird zumeist an den eigenen Arbeitsergebnissen gemessen. Sind Umsatzziele erreicht? Ist die Fehlerquote gesunken? Der eigene Kundenstamm zufrieden? Aber je höher Sie in der Unternehmenswelt aufsteigen, desto mehr hängt Ihr Erfolg davon ab, andere Menschen erfolgreich zu machen. Und das ist, wie die Autoren richtig feststellen, per Definition das, was erfolgreiche Trainer tun. Sowohl im Sport als auch im Business. Im Einzelnen besteht der Ansatz von Coach Campbell, ein großartiger Trainer zu sein, aus diesen fünf Faktoren:

1. Sicherheit: Die Leute müssen wissen, dass sie nicht entlassen werden, wenn sie etwas Neues ausprobieren, das am Ende nicht so erfolgreich ist, wie Sie es sich erhoffen. Eine Erfahrung, die ich teile. Dabei geht es meiner Meinung nach nicht allein darum, nicht entlassen zu werden. Für mutige und experimentierfreudige Mitarbeiter und Teams braucht es eine hohe Fehlertoleranz ihrer Chefs (hier geht es zu einem Beitrag darüber). Bei der reinen Umsetzung von Zielen darf dann wieder das Prinzip Fehlervermeidung in den Vordergrund treten – aber auch dann gilt: Angst vor Sanktionen schwächt jedes Team.

2. Klarheit: Die wichtigste Währung in jeder Beziehung ist Vertrauen. Machen Sie Ihren Leuten klar, dass Sie ihnen vertrauen. Bauen Sie Vertrauen auf, und die Mitarbeiter werden trainierbarer, ehrlicher und bescheidener. Auch das kann ich bestätigen. Ich las an anderer Stelle einmal den Vergleich einer halbvollen „Batterie“ Vertrauen, die jedem Mitarbeiter zunächst entgegen gebracht wird. Diese kann irgendwann leer sein, oder gänzlich gefüllt. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter wissen, dass ihr Chef oder Trainer an sie und ihre Fähigkeiten glaubt – auch, wenn einmal etwas schief geht. Wer schon einmal gegen Misstrauen angearbeitet hat, weiß, was Campbell damit meint. Denn das lähmt ungemein. Das wichtigste dabei: Dies muss den Mitarbeitern gegenüber in aller Klarheit geäußert werden.

3. Bedeutung: Um große Dinge zu erreichen, braucht man ein großartiges Team. Um solch ein Team aufzubauen, müssen die Teammitglieder die Bedeutung ihrer Aufgabe und ihrer Person kennen und im Team eine Community finden, die den offenen Austausch fördert. Ein meiner Meinung nach zentraler Punkt modernen Managements. Simon Sinek hat mit „Start with Why“ ein Konzept dazu entwickelt, das ich hier bereits einmal besprochen habe. Lesen und hören Sie gern hinein!

4. Zuverlässigkeit: Es ist in Ordnung, als Manager auch seine menschliche Seite zu zeigen. Tatsächlich sieht Campbell einen direkten Zusammenhang zwischen Empathie und Kompetenz. „Lassen Sie Ihre Leute wissen, dass Sie sie als Menschen schätzen, und sie werden großartige Dinge tun“, so der Coach. Spannend hierbei ist für mich: Nahbare Menschen wirken zuverlässiger, als distanzierte Perfektionisten. So kommt es, dass man auch durch das Teilen von Schwächen und Menschlichkeit mehr, anstatt weniger Sicherheit gibt. Eine lehrreiche und schöne Erfahrung vieler gerade gereifter und sehr erfahrener Führungspersönlichkeiten.

5. Auswirkungen: So eingängig es auch klingen mag, es sind oft die leistungsstärksten Menschen, die sich am einsamsten fühlen. Die größte Wirkung, die Sie als Coach erzielen können, ist die emotionale Unterstützung Ihrer Mitarbeiter. Auch hier kann ich nur zustimmen. Die Wirkung, die unser Handeln als Führungskraft hat, unterschätzen wir oft. Ich erinnere mich an eine Mitarbeiterin, die noch sehr jung war und hervorragende Leistungen lieferte. Zu Beginn unserer Zusammenarbeit gab ich nur sporadisch Feedback – es lief ja alles. Erst, als ich sie mehrfach sehr spezifisch lobte, fiel mir auf, wie unsicher sie noch war und wie angewiesen auf meinen Zuspruch. Danach gab ich regelmäßig Feedback und sie entwickelte sich zu einer erfolgreichen Managerin.

Jeder braucht einen Trainer

Basierend auf Interviews mit über 80 Personen, die Bill Campbell kannten und schätzten, erklärt „Trillion Dollar Coach“ dessen Prinzipien und illustriert sie mit Stories und Erlebnissen von vielen spannenden Menschen und Unternehmen. Das Ergebnis ist eine Blaupause für vorausschauende Führungskräfte und Manager. Schmidt, Rosenberg und Eagle berichten sehr persönlich und aus erster Hand, wie „Coach Bill“ vertrauensvolle Beziehungen aufbaut und persönliches Wachstum fördert – selbst bei denjenigen, die auf dem Höhepunkt ihrer Karriere stehen. Mich hat die Lektüre dieses Buches wieder sehr begeistert und ich bin sicher, „Coach Bill“ hat auch für Sie einen guten Ratschlag, der Sie weiterbringt. Denn: Wir alle sind noch lange nicht perfekt, jeder braucht einen Trainer, der von Zeit zu Zeit aufs Spielfeld ruft. Einer meiner Trainer ist „Coach Bill“. Viel Spaß beim Lesen!

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Bildquelle: Amazon