Der beste Einstieg ins Bewerbungs-Interview: So geht er

Der beste Einstieg ins Bewerbungs-Interview: So geht er

Kennen Sie diese zähen Bewerbungsgespräche? Sie fragen und Ihr Kandidat antwortet, wenn es hoch kommt, in Dreiwortsätzen. „Was mögen Sie an Ihrem Beruf?“ „Die Vielfalt.“ Oder Sie sagen: „Vielen Dank für die Übermittlung Ihres Lebenslaufs. Erzählen Sie doch bitte einmal in eigenen Worten, welche Erfahrungen Sie mitbringen.“ Und Ihr Kandidat handelt das in zwei Sätzen ab. „Was wünschen Sie sich von Ihrer nächsten Stelle?“ „Nette Kollegen und interessante Aufgaben.“ Aha. Diese Gespräche sind wahnsinnig anstrengend und wenn man Pech hat, erfährt man über den Kandidaten nicht viel. (Übrigens: Wie Sie insgesamt ein Bewerbungs-Interview vorbereiten und aufbauen, habe ich hier schon einmal zusammengefasst).

Ich habe auch einige solcher Interviews geführt und einiges ausprobiert, um Fahrt ins Bewerbungsgespräch zu kriegen. Vor einiger Zeit las ich dann über Mathew Kaness, den CEO des in den USA sehr erfolgreichen online Handelshauses ModCloths, welche Frage er grundsätzlich zuerst stellt und war begeistert. Er möchte nämlich zunächst einmal etwas über die Motive seiner Kandidaten erfahren. Und das bringt er mit dieser Eingangsfrage in Erfahrung:

„Wir sprechen hier über eine Möglichkeit – Was denken Sie darüber?”

Natürlich kann man die Frage etwas abwandeln, zum Beispiel: „Was denken Sie über die Möglichkeit, in unserem Unternehmen zu arbeiten?“, oder: „Welche Möglichkeiten erhoffen Sie sich von unserer Firma?“.  Ich mag diese Frage deshalb so sehr, weil sie sofort und direkt auf die Chancen abzielt, die der jeweilige Kandidat mit der offenen Stelle in Verbindung bringt. Ich habe sie mir bei ihm abgeschaut und selbst schon einige male ausprobiert, wenn ich bei Vorstellungsgesprächen dabei war. Die Wirkung ist tatsächlich enorm, es kamen tolle Antworten. Oft nicht sofort. Es ist eine dieser Fragen, bei denen Bewerber einen Moment warten bis sie antworten.

Man erfährt viel, ohne viel zu fragen

Aber dann habe ich so viel von dem herausgefunden, was ich sonst mühsam hätte nachfragen müssen. Wenn die Kandidaten erst einmal ins Reden kommen, erfährt man als Interviewer fast automatisch, welche die wirklichen Motive der Kandidaten sind, was sie produktiv macht, was ihre beruflichen Zukunftsvisionen sind und manchmal auch, was beim letzten Arbeitgeber vielleicht nicht so gut lief. Einer sagte zum Beispiel: „Ich bin sehr leistungsorientiert. In meinem letzten Unternehmen hatte ich aber gar keine Möglichkeit, daraus etwas zu machen. Oft hatte ich das Gefühl, dass es egal ist, wie erfolgreich ich bin. Das demotiviert mich. Ich brauche einen Arbeitgeber mit Aufstiegschancen. Das ist das, was ich mir hier erhoffe. Ich bin gern bereit, viel Leistung zu zeigen, aber ich brauche auch die Bestätigung, dass das gesehen wird und mich weiterbringt. Dafür ist Ihr Arbeitgeber bekannt und deshalb habe ich mich auf die Stelle beworben.“ Ist das nicht bemerkenswert, was in dieser Antwort alles an Informationen über den Kandidaten steckt?

Perfekter Background oder hochmotiviert?

Aber zurück zu Mathew Kaness. Ihm ist wichtig, so las ich weiter, dass an die Antwort keine formale Anforderung gestellt wird. Im Gegenteil, es geht ihm darum, den oft gezwungenen Rahmen eines Bewerbungs-Interviews so schnell wie möglich zu verlassen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, ob jemand in die Kultur seines Unternehmens passt – sprich: ob seine Motive zum Unternehmen passen. Das erfährt man natürlich nicht in klassischen Bewerbungsgesprächs-Dialogen. Und so habe ich es auch erlebt. Diese Frage eröffnet die Möglichkeit zum echten Dialog mit Ihren Kandidaten. Aber warum ist die Frage nach den Motiven eigentlich so wichtig? Nun, stellen Sie sich selbst einmal die Frage: Könnten Sie entscheiden, zwischen einem Kandidaten mit dem perfekten Background aber geringer oder unpassender Motivation und einem mit einem „so làlà“–Background, der aber hochmotiviert ist – für wen entscheiden Sie sich? Ich selbst auf jeden Fall für den Motivierten.

Millennials wollen passende Unternehmenskultur

Und: Auch andersherum wird ein Schuh daraus. Die neue Generation ist an Arbeitgebern interessiert, die zu ihren Motiven passen. Deren Werte und deren Kultur ihnen das bietet, was sie brauchen, um sich zu entfalten und zu wachsen. Was liegt also näher, ein Vorstellungsgespräch mit dieser Thematik zu beginnen und alle anderen Fragen darauf aufzubauen? So können beide Seiten sehen, ob die Kultur der Firma zu den Motiven der Bewerber passen.

Ich bin jedenfalls sehr inspiriert von diesem Ansatz und werde ihn weiterhin verwenden. Ach so: den Kandidaten haben wir eingestellt und es läuft hervorragend.

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Bildquelle: baranq / Shutterstock