Die 12 Gebote: So schreiben Sie Ihren Lebenslauf

Die 12 Gebote: So schreiben Sie Ihren Lebenslauf

Teil 1

In der IT-Arbeitswelt ist Bewegung. Heute beträgt die durchschnittliche Beschäftigungsdauer von Arbeitnehmern in Unternehmen nur noch 4,3 Jahre. Bei CIO’s sind es sogar nur 3,6 Jahre. Das Bonmot „Nichts ist so beständig, wie der Wandel“ findet also in der Karriere von IT-Fachkräften seine praktische  Entsprechung. Und das heißt: Auch der Lebenslauf, der heute gar nicht mehr Lebenslauf, sondern CV heißt, muss immer wieder neu verfasst werden. Und für viele ist das gar nicht leicht, vor Allem, wenn das letzte Mal eben doch mehr als vier Jahre her ist. Wir bei der top itservices AG lesen manchmal noch CV’s, die das Leben des Bewerbers von der Grundschule bis zur Gegenwart chronologisch erzählen. Oder das andere Extrem: Die letzte Berufsstation ist erwähnt, blumig wird über persönliche Stärken und Ziele erzählt, aber man erfährt nichts über das Jahr zwischen dem letzten und dem vorletzten Job. Drei Minuten – so lange wird ein CV durchschnittlich gelesen. Wenn Sie es den Lesern nicht leicht machen, haben Sie keine Chance, egal, wie gut Sie sind. Es ist Ihre Aufgabe, sich zu vermarkten, nicht die Aufgabe Ihres „Kunden“, Sie zu verstehen.

Daher kommen hier die ultimativen Gebote für Ihren CV:

1. Verzichten Sie auf das chronologische Format

Ein potenzieller Chef oder Personaler möchte auf den ersten Blick finden, was er sucht. Vielleicht interessiert ihn die Ausbildung, weil ihm dort ein bestimmter Aspekt wichtig ist. Oder er möchte wissen, welche zwei Jobs Sie zuletzt gemacht haben. Wahrscheinlich möchte er dafür nicht in ihrer Grundschulzeit anfangen und sich dann mühsam vorarbeiten. Daher: Clustern statt aufzählen. Die heute üblichen Zwischenüberschriften sind: Berufserfahrung (Achtung: mit der aktuellen beginnen!), Aus- und Weiterbildung, Berufserfahrung während des Studiums (falls relevant), IT-Kenntnisse, Sprachen und persönliche Interessen.

2. Beginnen Sie mit einem kurzen Absatz über sich

Aus Amerika importiert ist die Gepflogenheit, mit einem kurzen Absatz über sich selbst zu beginnen, der „Career Summary“. In diesem sollte in knappen Worten das berufliche Ziel beschrieben werden sowie eine Zusammenfassung der für die Position relevanten erlangten Fähigkeiten und Kenntnisse. Versetzen Sie sich dabei in die Situation des Lesers. Dieser Absatz sollte die Lösung für sein Problem sein, nur dann wird weitergelesen. Achtung: Höchstens drei bis vier Sätze!

Bild Resume Fließtext

3. Beschreiben Sie die Stationen kurz und fokussiert

Früher führte man in einem Lebenslauf lediglich die Jobbezeichnung auf und von wann bis wann man diese ausgeführt hat. Alles Weitere konnte der Leser dann in den beigefügten Zeugnissen nachlesen. Das ist unüblich geworden, was übrigens auch für den Bewerber Vorteile hat: Heute wird unter jede relevante Station in ein paar Spiegelstrichen umrissen, was die Hauptaufgaben und der Haupterfolg der jeweiligen Station war. Für den Leser ist so auf einen Blick ersichtlich, was sich hinter der Station verbirgt. Und für den Bewerber ergibt sich hieraus die Möglichkeit, den eigenen Lebenslauf flexibel zu halten. Denn ohne zu lügen oder zu übertreiben ist es so möglich, die geforderten Erfahrungen aus der Stellenanzeige noch einmal hervorzuheben und weniger relevante Erfahrungen eben einfach wegzulassen. Und damit kommen wir unmittelbar zum nächsten Gebot:

4. Passen Sie Ihren CV an die Stelle an, auf die Sie sich bewerben

Das fällt vielen schwer. Sie denken, dass sie damit „schummeln“, „lügen“ oder „sich wie Sauerbier“ anbieten. Das ist natürlich Quatsch. Aber selbstverständlich verkaufen Sie sich. Sie befinden Sie auf dem Arbeitsmarkt, einem Markt also, und wollen, dass Sie für Ihr Produkt, Ihre Arbeitsleitung nämlich, einen Preis erzielen. Und dafür müssen Sie die Informationen über sich selbst den Anforderungen anpassen – natürlich ohne zu schummeln und erst recht, ohne die Unwahrheit zu erzählen. Konzentrieren Sie sich auf das, was gesucht wird und stellen Sie das heraus. Gefordert wird „Erfahrung in der Einführung eines SAP-Systems“? Stellen Sie diesen Karrierepunkt in den Vordergrund, schreiben Sie hierzu einen Spiegelstrich mehr und lassen dafür an anderer Stelle eben einen weg. Neulich hat sich bei uns ein IT-Experte beworben, der im Studium als Barkeeper tätig war. Das ist eine durchaus interessante Information, aber die komplette Liste der von ihm gemixten Drinks hätte fehlen dürfen.

5. Kurzzeit-Praktika weglassen

Dieses Gebot gilt natürlich nur für fortgeschrittene Bewerber und nicht für solche, die ihren ersten oder zweiten Job nach dem Studium suchen. Wer aber viele Jahre im Berufsleben steht, sollte sich selbst nicht mit der Aufzählung eines 3-Wochen-Praktikums von vor 15 Jahren klein machen. Einzige Ausnahme: Dieses Praktikum passt von seiner Ausrichtung her genau auf die Stelle, dann kann es noch ausnahmsweise noch mit reinrutschen. Wer ein Langzeitpraktikum gemacht hat, zum Beispiel über ein ganzes Jahr wie im anglo-amerikanischen Sprachraum üblich, muss das natürlich unbedingt aufführen.

Im zweiten Teil erfahren Sie, was Sie mit Lücken und fehlenden Zeugnissen machen, wie Sie netzwerken und was nicht in einen CV gehört.

 

Bildquellen: Zeynep Demir/Shutterstock, Ekaterina_Ninaeva/Shutterstock