Freelancer oder Angestellter? So sollten Sie entscheiden

Freelancer oder Angestellter? So sollten Sie entscheiden

“Spannend, aber für mich wäre das, glaube ich, nichts.” Das höre ich nicht selten, wenn ich Bekannte oder Geschäftspartner darauf anspreche, dass es ja auch die Möglichkeit einer Selbstständigkeit gibt. Ebenso scheint es – einmal in die Selbstständigkeit gegangen – oft schwierig, sich wieder ein Leben als Angestellter vorzustellen. Dabei geht der Trend genau in die entgegen gesetzte Richtung. Nicht wenige Lebensläufe enthalten heutzutage sowohl Angestellten-, als auch Freelancer-Stationen. Aber wie entscheide ich das?

Sicherheit

Ein sehr häufig zitiertes Kriterium ist Sicherheit. „Ich habe eine Familie zu ernähren, da kann ich mir das Risiko nicht leisten“. Oder „Wenn ich wüsste, dass die Auftragslage stimmt, würde ich es als Freier machen“, so lauten häufig die Überlegungen. Sie denken, dass man als Freelancer hauptsächlich auf der Suche nach neuen Projekten ist. Das ist so aber gar nicht mehr richtig. Viele Projektplattformen machen es inzwischen leicht, auch ohne vertriebliche Fähigkeiten einen nächsten Einsatz zu finden – vorausgesetzt, man ist in einem gefragten Umfeld wie zum Beispiel der IT tätig. Hier geht es beispielsweise zum Expertenportal der top itservices AG. Gleichzeitig ist das Angestelltendasein längst nicht mehr so sicher, wie noch vor einigen Jahren. Entlassungen sind keine Ausnahme mehr und machen auch nicht vor vermeintlich großen und sicheren Arbeitgebern Halt. Zudem rechnet sich der Einsatz von Freelancern für Unternehmen. Freelancer haben nach circa 8 Monaten den Break Even erreicht, sind dann also billiger, als fest angestellte Mitarbeiter. Die Frage, die man sich stellen muss, ist demnach nicht die, ob man die vermeintliche Sicherheit des Angestelltendaseins aufgeben möchte – sondern ob die Tätigkeit in einer großen Anzahl von Firmen benötigt wird. Dann kann es durchaus sicherer sein, als Freelancer zu arbeiten.

Bezahlter Urlaub

Auch beim Aspekt bezahlter Urlaub lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen. Wir alle kennen das Bonmot „selbst und ständig“. Aber das weit verbreitete Vorurteil, als Selbstständiger habe man niemals frei, stimmt so nicht. Richtig ist: Es gibt meist kein Kollegennetz, das die Aufgaben weiterführen kann, wenn man längere Zeit im Urlaub ist. Daher muss eine längere Auszeit als Freiberufler gut geplant sein. Was aber im Gegenzug als Freiberufler viel einfacher ist: Die Flexibilität steigt. Der Behördengang, die Schulaufführung vom Kind, der spontane Arztbesuch, ein gemeinsamer Kaffee mit dem Freund, der kurz in der Stadt ist – all diese Dinge können sich meist problemlos in den Arbeitslalltag integrieren lassen. Hier gilt also: Prüfen Sie, welche Art von Zeitmanagement für Sie vorrangig wichtig ist, beide Arbeitsformen haben ihre Vorteile.

Versicherung im Krankheitsfall

Ein längerer Krankheitsausfall ist für einen Freiberufler oft unbequemer, als für einen Angestellten. Aber es gibt auch hier entsprechende Versicherungen und auch als Freelancer kann man meist dafür sorgen, dass zumindest die Basisaufgaben weiterlaufen, wenn man einmal fehlt. Und auch als fest angestellter Mitarbeiter wird man von den interessanten Projekten oft irgendwann abgezogen, wenn man lange krankheitsbedingt ausfällt. Ich habe übrigens auch schon den umgekehrten Fall erlebt: Wer häufig krank ist, kann sich als Freelancer mit etwas Glück in gesunden Phasen Projekte suchen, die dann die Ausfallszeiten mit finanzieren.

Die Kollegen

Zugegeben, als Freelancer arbeiten sie meist nicht in langfristigen Kollegen-Beziehungen. Das kann Vor- und Nachteile haben. Denn nicht immer mag man die Menschen, mit denen man seit vielen Jahren Seite an Seite arbeitet. Und nicht jeder legt darauf Wert. Außerdem kann man sich auch als Freiberufler ein Netzwerk schaffen. Allerdings gilt: Wer grundsätzlich Wert darauf legt, über lange Zeit mit einem festen Kollegenkreis zusammen zu arbeiten, für den ist die Freiberuflichkeit nur unter ganz bestimmten Umständen geeignet, im Verbund mit anderen zum Beispiel.

Die Aufgabe

Ein Aspekt wird bei der Entscheidung für die Form des Arbeitsverhältnisses häufig völlig außer Acht gelassen. Interessanter Weise der wichtigste: die Aufgabe. Sie kennen die Antwort aus der Immobilienwirtschaft auf die Frage, was am wichtigsten ist beim Kauf einer Immobilie: 1. Die Lage, 2. Die Lage und 3. Die Lage. Genauso verhält es sich bei der Planung Ihrer Karriere. Was ist für Ihre Zufriedenheit am wichtigsten? 1. Die Aufgabe, 2. Die Aufgabe und 3. Die Aufgabe. Vorausgesetzt natürlich, Sie können von Ihrem Arbeitsverhältnis leben.

Aber hier wird es aus meiner Erfahrung interessant. Denn wer bei der Planung stets die Aufgabe oder das Projekt, den Inhalt seiner Arbeit also, in den Mittelpunkt stellt, hat in den meisten Fällen den größten Erfolg. Dabei können beide Formen zu bestimmten Zeitpunkten richtig sein. Wer aber über Jahre einen ungeliebten Job als Festangestellter erledigt, wird wahrscheinlich schnell an seine Grenzen kommen und auch nicht so viel verdienen. Und wer die Aufgaben, die er als Freelancer zu meistern hat, mehrheitlich nicht mag, ebenso.

Keine Entscheidung mehr für immer

Dabei stellen beide Arbeitsformen heute keine Sackgasse mehr dar. Es ist durchaus üblich, eine Zeit selbstständig in einem Projekt zu arbeiten und sich dann wieder anstellen zu lassen. Das interessante Projekt läuft aus und Sie suchen nun eine langfristige Bindung? Dann suchen Sie sich einen festen Job. Oder der Auftraggeber war klasse und Sie wollen fest für ihn arbeiten? Nur zu! (Aber Achtung, meist verdienen Sie als Freelancer mehr, kalkulieren Sie gründlich). Oder anders herum: Sie wollen raus aus Ihrem festen Arbeitsverhältnis, weil Sie eine tolle Idee selbst umsetzen wollen? Oder in Ihrem Fach besonders gut sind und wissen, Ihre Expertise ist gerade gefragt? Oder Sie sind hervorragend auf kurzfristigen Projekten, aber nicht so gut im langfristigen Betrieb? Dann trauen Sie sich und machen sich selbstständig. Die Entscheidung muss nicht für immer gefällt werden. Vielmehr empfiehlt es sich, die genannten Aspekte immer wieder neu abzuwägen. Der Treiber sollte dabei der Spaß an der Aufgabe sein.

Wenn Sie sich im IT oder Engineering-Bereich selbstständig machen wollen, möchte ich Ihnen die top itservices AG ans Herz legen. Oder suchen Sie eine Festanstellung? Dann sind wir ebenfalls Ihr Partner, bitte hier entlang.

 

 

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