IT Freelancer Im Netz – so präsentieren Sie sich wirkungsvoll

IT Freelancer Im Netz – so präsentieren Sie sich wirkungsvoll

Viele IT-Experten wissen über das Netz mehr, als der Durchschnittsbürger. Das führt nicht immer dazu, dass sie sich im Internet ausgiebig präsentieren – im Gegenteil. Einer unser Freelancer erzählte mir, dass er sehr zurückhaltend sei mit Informationen über sich im Netz. „Das Internet vergisst nichts“, sagte er und das mache ihn misstrauisch. Außerdem wisse er gar nicht, was er da so posten solle. Das meiste, was er über andere liest, interessiere ihn nämlich auch nicht. Diese Haltung ist für mich zwar nachvollziehbar, aber nur begrenzt tauglich, wenn man sich beruflich positionieren möchte. Gerade als Freelancer (aber nicht nur!) ist man darauf angewiesen, immer wieder wahrgenommen zu werden. Egal, wie gut man ist – die potenziellen Auftraggeber müssen das auch wissen. Daher raten wir allen IT-Experten, sich im Netz sichtbar zu machen, und zwar nicht erst, wenn Not am Mann ist. Das geht auch, ohne sich zu entblößen. Dabei beziehe ich mich auf die Business Netzwerke XING und LinkedIn. Hier kommen also ein paar Regeln, wie Sie sich professionell im Netz bei XING und LinkedIn präsentieren können:

1. Profilbild – freundlich, seriös, offen

Haben Sie schon einmal durch eine Bewerbung geblättert oder geklickt auf der Suche mach dem Foto? Und waren dann enttäuscht, als Sie keines fanden? Nein? Dann gehören Sie zur Ausnahme. Die Mehrheit der Leser von Bewerbungen möchte sich nämlich ein Bild machen und erwartet auch eines. Nun ist ein Social Media-Auftritt nicht per se eine Bewerbung. Aber es ist PR in eigener Sache – eine Mischung aus Visitenkarte und Lebenslauf. Ihre Kontakte möchten eine Idee davon haben, wen sie eventuell einmal kennenlernen würden, und zwar möglichst eine positive. Daher: Lassen Sie ein professionelles Bild von sich machen, auf dem sie freundlich, seriös und offen aussehen. Erinnern Sie sich noch an die ersten Jahre von LinkedIn? Zunächst gab es keine Bildfunktion, erst 2012 kam die dazu, aus gutem Grund: Sie wurde vermisst. Übrigens: wenn Sie es genau wissen wollen, schauen Sie einmal bei https://www.photofeeler.com/ vorbei. Hier können Sie die Wirkung Ihres Profilbildes umsonst testen lassen! Ich habe es auch schon probiert! (verrate aber das Ergebnis nicht).

2. Schlagworte – besser, als ihr Ruf

Eigentlich kein schönes Wort, wer will schon von Worten ge- oder erschlagen werden. Aber so ist es natürlich nicht gemeint. Die Algorithmen der Business-Netzwerke funktionieren ähnlich wie Google. Das heißt, statt langer Ausführungen sollten Sie über passende Keywords (ein viel schönerer Begriff) schnell gefunden werden. Schreiben Sie also nicht „Ich biete hochprofessionelle Datenanalysen auf sämtlichen Systemen, wie zum Beispiel…“, sondern „Datenanalyse“ und listen Sie dann Systeme und Tools einfach auf.

3. Summaries – auf den Punkt

Anders verhält es sich bei der kurzen Abhandlung über sich selbst. Ähnlich wie in Bewerbungen ist es nämlich inzwischen auch bei Social Media-Auftritten üblich: Das Verfassen einer kurzen Zusammenfassung der eigenen Stärken. Eine kleine Summary auf XING oder LinkedIn schafft Vertrauen und strahlt aus, dass Sie sich Ihrer Fähigkeiten bewusst sind. Schreiben Sie hier ganze Sätze, aber bleiben Sie dabei knapp und sachlich. Schließlich sind Sie keine Schokolade oder kein Sportwagen, bei deren Vermarktung eine bildhafte Sprache vielleicht angebracht wäre. Bringen Sie Ihre beruflichen Vorzüge auf den Punkt. „Pragmatisch und immer am Machbaren orientiert bringe ich Systemlandschaften auf Vordermann.“, so zum Beispiel. Das hilft Ihnen, nicht irgendwelche, sondern auch passende Angebote für Ihre Dienstleistung zu erhalten. Tipp: Falls Ihnen das schwer fällt, fragen Sie doch einmal einen Kollegen, was er über Ihre Stärken denkt.

4. Sichtbarkeit – Aktiv sein, posten, empfehlen

Nur zu oft höre ich das im Freundes- oder Kollegenkreis: „Was soll ich denn da immer posten? Mir fällt gar nichts ein.“ Die gute Nachricht ist: Muss es auch nicht, denn es gibt genug kreative Köpfe in Ihrem Fachgebiet. Sie müssen also nicht zwangsläufig eigenen Content kreieren und schon gar nicht lauter lustige Sachen schreiben. Es reicht, wenn Sie interessante Beiträge re-posten, Artikel verlinken, die Sie lesenswert finden, andere Berichte und Postings liken oder – wenn Sie mögen – einmal kommentieren. Mehr nicht. Dadurch schaffen Sie Sichtbarkeit und werden wahrgenommen als in ihrem Gebiet versierte, interessierte, zeitgemäße Fachkraft. Und um mehr geht es ja gar nicht.

5. Empfehlungen – wie im echten Leben

Fast alle Business-Netzwerke, so auch XING und LinkedIn, haben inzwischen eine Empfehlungs- und Referenzenfunktion eingebaut. So können Sie zum Beispiel auf LinkedIn andere für bestimmte Skills empfehlen („Endorsements“) oder direkte Empfehlungen aussprechen („Recommendations“). Auch XING enthält eine „Referenzen“-Funktion. Daran sehen wir, dass sich die digitalen Netzwerke an das reale Leben immer mehr angleichen. Denn auch hier gilt ja bekanntlich, dass Empfehlungen der beste Karrieremotor sind. Nichts schafft mehr Vertrauen, als eine persönliche Referenz. Verteilen Sie derlei Empfehlungen also großzügig, dann werden Sie auch welche erhalten.

Zum Abschluss möchte ich allen Freelancern und anderen Interessierten noch ein paar Don’ts mit auf den Weg geben. Vermeiden Sie unbedingt die folgenden Fehler:

Schlecht über andere reden

Egal, ob Sie Recht haben – im beruflichen Netzwerk hat üble Nachrede nichts zu suchen. Es schafft unmittelbar Misstrauen: „Wer weiß, was der über mich schreiben würde?“. Zudem können Sie im Netz nichts relativieren oder in einen vielleicht erklärenden Kontext setzen. Wenn Ihnen bei anderen etwas missfallen hat, behalten Sie es hier lieber für sich. Das direkte Gespräch gibt es ja schließlich auch noch.

Lustig sein

Ein paar wenige können das tatsächlich: humorvoll über sich und ihr Arbeitsleben berichten, so, dass es die meisten erheitert. Aber wirklich nur sehr wenige. Witzchen und starke Ironie haben das Talent, falsch verstanden zu werden und das Gegenteil von dem zu bewirken, was sie wollen. Ein humoriger Cartoon zu einer Geschäftsbegebenheit: Gern zwischendurch. Scharfe Ironie oder dreckige, womöglich anstößige Witzchen sind hingegen ein No-go.

Langatmig werden

Im Internet gilt: Keiner liest lange. Das heißt, wenn Sie langatmige Geschichten über sich und ihre Erfahrungen in ihren Netzwerken verbreiten, liest sie keiner zu Ende. Ihr Auftritt sollte daher knapp und informativ sein – es sei denn, Sie bloggen. Dann dürfen es durchaus ein paar Sätze mehr sein.

Und damit verabschiede ich mich für heute und hoffe, Ihnen mit diesem Beitrag ein paar wertvolle Tipps gegeben zu haben.

 

Bildquelle: Rido / Shutterstock