Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit als Business Modell

Kaum noch eine Werbung oder Produktbeschreibung kommt ohne eines dieser klangvollen Adjektive aus: umweltfreundlich, fair, bio, regional oder nachhaltig. Sustainability, also Nachhaltigkeit, boomt wie nie zuvor und hat längst nichts mehr mit Verzicht, schlechtem Gewissen oder grünen Hardlinern zu tun. Im Gegenteil: Inzwischen ist Nachhaltigkeit längst aus der rein ideologischen Ecke herausgekrochen und ist zu einem relevanten Wirtschaftsfaktor geworden. Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, sind langfristig erfolgreicher.

Dafür gibt es verschiedene Gründe: 

  • Reputation: Eine hohe Reputation als verantwortungsvolles Unternehmen hilft bei der Positionierung als attraktiver Arbeitgeber, erhöht die Kundenbindung oder hilft, neue Kunden zu gewinnen.
  • Effizienz: Energie- und Ressourceneffizienz reduziert nicht nur die ökologischen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit, sondern auch deren Kosten.
  • Risikominimierung: Auch ein gut funktionierendes Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagement reduziert Kosten, z.B.  für erkrankte Mitarbeiter oder unfallbedingte Mitarbeiter- und Produktionsausfälle.
  • Innovation: Unternehmen, die sich frühzeitig auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen – beispielsweise steigende Energiekosten, verringerte Verfügbarkeit von Rohstoffen oder strengere regulatorische Vorgaben – haben einen Wettbewerbsvorteil.

Es geht um mehr als Umweltschutz

Bei Sustainability geht es deshalb auch um mehr als nur Umweltschutz. Der Duden beschreibt Nachhaltigkeit als „Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann”. Bei dieser Definition kommen mir allerdings einige Aspekte zu kurz, die gerade in der Wirtschaft wichtig sind. Zeitgemäßer finde ich das „Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung“ nach Heins. Demnach hängt Nachhaltigkeit von einer gleichberechtigten Umsetzung und Berücksichtigung von drei Zielen ab:

  1. den umweltbezogenen, 
  2. den wirtschaftlichen
  3. und den sozialen.  

Dank einer offenen Auslegung des Modells ist es flexibel genug, um als Orientierung für alle möglichen Branchen zu dienen. Allerdings fehlen dem Modell konkrete Parameter. So ist es natürlich sehr einfach und auch sehr verführerisch, den Begriff der Nachhaltigkeit beliebig einzusetzen. Unternehmen sollten besser nicht vergessen, dass Kunden heutzutage sehr aufmerksam sind. Wer sich als Unternehmen oder Marke dem Thema Nachhaltigkeit nur halbherzig oder aus PR-Gründen widmet, wird schnell als sogenannter „Greenwasher“entlarvt. Diese Erfahrung musste beispielsweise Vattenfall machen. Eine von dem Energiekonzern initiierte Unterschriftenaktion, die sich für den Klimaschutz stark machen wollte, rief in Windeseile NGOs auf den Plan. Sie verliehen Vattenfall für dieses Engagement den „Climate Greenwash Award”. Sicherlich keine Auszeichnung, mit der sich der Vorstand auf der nächsten Jahreshauptversammlung rühmen möchte. 

In fünf Schritten zur passenden CSR-Strategie

Wer eine Nachhaltigkeit, also eine Corporate Social Responsibility Strategie, in seinem Unternehmen implementieren will, sollte dies mit ernst gemeinter Absicht tun. In Zeiten der Transparenz werden halbherzige Versuche schnell entlarvt. Ähnlich wie beim Employer Branding ist es auch hier wichtig, dass die Initiativen wirklich zum Unternehmen passen, um nach innen und außen glaubwürdig zu sein. Selbstverständlich lässt sich eine Unternehmensphilosophie nicht ohne Weiteres auf nachhaltig trimmen, wenn Sie diese fünf Schritte beachten, sind Sie aber sicher auf dem richtigen Weg.

Schritt 1

Fragen Sie sich, wofür Ihr Unternehmen stehen soll. Entwickeln Sie eine Mission und ein konkretes Ziel – zum Beispiel, innerhalb der kommenden 15 Jahre CO2-frei zu produzieren, in fünf Jahren 20% mehr Recycling oder auch bis zur nächsten Befragung die Zufriedenheit der Mitarbeiter um 10% zu erhöhen.

Schritt 2

Analysieren Sie Ihre unternehmerischen Stärken und Schwächen. CSR-Maßnahmen müssen zum Geschäft passen. Ist Ihr Unternehmen vom Fachkräftemangel bedroht, könnten Aktivitäten in der Talentförderung sinnvoll sein. Analysieren Sie aber nicht nur Ihr eigenes Unternehmen, sondern natürlich auch den Markt und Ihre Kunden.

Schritt 3

Entwickeln Sie Konzepte nicht allein am Schreibtisch, nutzen Sie den Input von Stakeholdern, Mitarbeitern oder Kunden. Ein Kunde kann am besten erklären, was er von Ihren Produkten erwartet.

Schritt 4

Achten Sie bei der Umsetzung darauf, dass Ihre Ziele klar formuliert sind. Nicht alles, was Sie sich vornehmen, wird sofort umsetzbar sein. Setzen Sie Zwischenziele, das motiviert alle Beteiligten. Wenn Sie zum Beispiel in den kommenden 15 Jahren CO2-frei produzieren wollen, versuchen Sie im ersten Schritt, in den nächsten fünf Jahren den CO2-Ausstoß um 30 % zu senken. Vergessen Sie nicht, Erfolge auch zu kommunizieren.

Schritt 5

Überprüfen Sie die Ziele und Zwischenziele regelmäßig. Nur so können Sie nachvollziehen, ob die Veränderungen sinnvoll waren oder ob Sie an einigen Stellen nachjustieren müssen.

Digitalisierung als Motor für Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist mehr als nur ein Trend und längst umfassender, als Öko. So sieht die Bundesumweltministerin Svenja Schulze Digitalisierung als „Motor für mehr Nachhaltigkeit“. Sie nennt Datensicherheit und die Entsorgung von Rohstoffen als Beispiele für Leitplanken in Bezug auf Nachhaltigkeit. Und auch unsere Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sagt: „Die Digitalisierung bietet große Chancen für die nachhaltige Entwicklung und den Klimaschutz. Forschung und Innovationen auf diesem Gebiet sind ein zentraler Schlüssel und wichtiger Impuls- und Ideengeber für den Schutz unserer Umwelt und des Klimas. Wir werden die Förderung dieser Themen in den nächsten Jahren intensiv fortsetzen. Deutschland wird davon nicht zuletzt ökonomisch profitieren. Fortschrittliche Umwelttechnologien werden weltweit in den nächsten Jahren immer gefragter sein. Generell müssen Ökologie und Ökonomie noch stärker miteinander versöhnt werden“. Zudem können digitale Technologien helfen, Nachhaltigkeit zu messen und zu fördern.

Nicht umsonst war das Bundesumweltministerium dieses Jahr Hauptpartner der Online-Messe re:publica.

Ich bin sicher, dass Unternehmen von einer guten und glaubwürdigen Nachhaltigkeitsstrategie wirtschaftlich profitieren können. Die Vorstellung, Ökonomie und Ökologie, unternehmerisches Handeln und soziale Verantwortung seien Gegensätze, ist veraltet.

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Bildquelle: one Photo / Shutterstock