Präsentieren wie ein Profi – so geht‘s

Präsentieren wie ein Profi – so geht‘s

Kennen Sie TED Talks? Das sind kostenlos ins Web gestellte Kurzpräsentationen, und zwar zu allen Themen, die man sich vorstellen kann. TED steht dabei für Technology, Entertainment und Design. Ursprünglich eine Konferenz aus Kalifornien in den USA, ist es heute ein Synonym für inspirierende Vorträge, und zwar solchen, die von Präsentations-Laien ebenso gehalten werden wie von Profis. Ich mag dieses Format sehr und schaue immer mal wieder auf der Website vorbei oder suche nach einem Vortrag zu einem bestimmten Thema. Neulich stieß ich auf einen Vortrag und ich war zunächst skeptisch, es ging um Zeitmanagement. Und ehrlich gesagt, ich habe so viel über Zeitmanagement gelesen und gehört, dass ich nicht glaubte, etwas interessantes Neues zu erfahren. Aber: Ich blieb hängen und schaute den Vortrag zu Ende. Wie von Zauberhand war es der Rednerin gelungen, mich für ihr Thema einzunehmen. Das liegt wahrscheinlich an der speziellen Qualitätssicherung, die von allen TED-Rednern abverlangt wird. TED-Redner erhalten eine Schulung, bevor sie unter dem TED-Branding oder auf einer TED-Konferenz sprechen dürfen. Ein paar Punkte daraus möchte ich mit Ihnen in diesem Blogbeitrag teilen, denn aus meiner Sicht helfen die für jeden noch so kleinen Vortrag, den Sie halten müssen oder dürfen.

1. „Ideas worth spreading“ – Finden Sie Ihre Aussage

Ideen, die es wert sind, verbreitet zu werden – „Ideas worth spreading“, das ist das TED-Motto. Mit anderen Worten: Jeder Vortrag sollte ein Thema behandeln, das für seine Zuhörer relevant ist. Was zunächst selbstverständlich klingt, ist es oft nicht. Wie oft hatten Sie schon das Gefühl, dass ein Thema Sie überhaupt nicht betrifft und haben deshalb abgeschaltet? Aber was ist relevant? Relevant ist ein Vortrag, der eine Hauptaussage enthält, die den Zuhörer betrifft. Wenn Sie sich auf eine Präsentation vorbereiten, stellen Sie sich zunächst folgende Frage:

Warum sollten Ihre Zuhörer Ihnen zuhören?

Erst, wenn Sie darauf eine Antwort wissen, beginnen Sie mit der Ausarbeitung Ihres Vortrags. Um bei meinem Beispiel zu bleiben, dem schon viel behandelten Thema „Zeitmanagement“: Die Rednerin Laura Vanderkam erzählt uns zunächst, was sie schon alles über Zeitmanagement gehört und gelesen hatte, wie man Zeit einspart und so weiter. Aber nur, um das ad absurdum zu führen und ihre eigene Aussage daraus zu entwickeln. In ihrem Fall diese: Es geht gar nicht um Zeit, sondern um Prioritäten. „Ich habe keine Zeit für etwas“ heißt laut ihrem Vortrag eigentlich: „Ich gebe dem keine Priorität“. Das ist ihre Hauptaussage. Apropos: „Ihr Vortrag ist Ihre Aussage und Ihre Aussage Ihr Vortrag“, heißt es in den TED-Schulungen. Achtung: Die Betonung liegt auf „eine“ Aussage. Zu viele lassen einen Vortrag zerfasern. Eine Präsentation ist kein vertontes Fachbuch!

2. Finden Sie überraschende Aspekte

TED – sowie jeder andere Vortrag auch – lebt von neuen Gedanken. Dabei muss nicht jeder Vortragende das Rad neu erfinden oder ein selbstfahrendes Fahrzeug. Aber durchaus sollten Sie versuchen, unerwartete Zusammenhänge, neue Forschungen oder einen überraschenden Blickwinkel einzubringen. In meinem Zeitmanagement-Beispiel erzählt Laura Vanderkam von Performance Reviews am Jahresende und dann von Weihnachtsgrußkarten für die Familie – scheinbar aus dem Zusammenhang gerissen. Aber dann kommt sie zu ihrer Aussage zurück und lädt uns ein, unsere Gedanken in die Zukunft zu lenken: „Stellen Sie sich vor, das nächste Jahr wäre zu Ende und es ist beruflich super gelaufen für Sie! Welche drei bis fünf Dinge müssten Sie erreicht haben, damit Ihre Leistungsbeurteilung derart positiv ist?“ Das selbe für Weihnachtskarten. „Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihrer Familie schreiben, was für ein fantastisches Jahr Sie hatten. Was müssten Sie getan haben, damit das Jahr tatsächlich so wunderbar ist?“. Für fast alle Themen gibt es ungewohnte Perspektiven, aus denen man sie betrachten kann. Suchen Sie danach!

3. Erzählen Sie eine Geschichte

Unser Gehirn merkt sich die Sachen gut, die möglichst viele Gehirnareale berühren. Und das tun Geschichten. „Vielleicht sind Geschichten Daten mit einer Seele“ sagt die Storyteller-Spezialistin Brené Brown. Für viele ist das eine scheinbar große Hürde, aber es ist nicht so schwer, wie es klingen mag. Eine Geschichte muss nicht gleich ein phantasievoller Kurzroman sein. Sondern etwas, das im Zusammenhang mit Ihrem Thema passiert ist. Erzählen Sie das und mehr noch: Bauen Sie Ihren Vortrag auf diese Geschichte auf. Laura Vanderkam erzählt gleich zu Beginn von einer Frau, die sie im Rahmen ihrer Recherchen für ihr Buch getroffen hat – eine unfassbar vielbeschäftigte Frau. Erfolgreiche Unternehmerin, Mutter mehrerer Kindern, sozial engagiert. Für Vieles hat sie keine Zeit, natürlich. Eines Tages aber kommt sie nach Hause, und ihr Boiler ist kaputt, der ganze Keller steht unter Wasser. Sie muss sofort handeln. Im Laufe der Woche verbringt sie insgesamt sieben Stunden mit dieser Angelegenheit, sie koordiniert Handwerker, wischt und räumt auf. Hätte man sie zu Beginn dieser selben Woche gefragt, ob sie sieben Stunden Zeit für etwas Anderes hätte, hätte sie Nein gesagt. Auf dieser Geschichte baut ihr Vortrag auf, immer wieder kommt sie darauf zurück. Haben Sie keine Angst davor, dass Ihre Geschichte zu banal sein könnte. Schließlich wollen Sie ja Ihre Aussage unter die Leute bringen und die Geschichte ist nur Ihr Vehikel. Die Wahl der Geschichte sollte dabei immer dem Ziel dienen, Ihre Aussagen im Gehirn des Zuhörers zu verankern. Erste Tipps hierzu habe ich in einem Blogbeitrag „IT-Projekte erfolgreich präsentieren – so gelingt es“ aufgeschrieben. Da finden Sie übrigens auch weitere Tipps, die die TED-Tipps hervorragend ergänzen.

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Bildquelle: cunaplus / Shutterstock