Raus aus der Komfortzone: Diese Risiken sollten Sie jeden Tag eingehen

Raus aus der Komfortzone: Diese Risiken sollten Sie jeden Tag eingehen

Kürzlich las ich, dass unser größtes Risiko darin besteht, keine Risiken einzugehen. „Wie wahr“, dachte ich. Ich überlegte, welches meine größten Erfolge im Leben waren und ob die entsprechenden Entscheidungen risikoreich waren. Ja, alle. Jeder neue Job, jede verbindliche zwischenmenschliche Beziehung, Kinder in die Welt zu setzen, einen Geschäftszweig auszubauen, Mitarbeiter einzustellen – all diese Themen erfordern Mut und die Bereitschaft, ein Risiko einzugehen. Denn das Ergebnis ist nie vollständig planbar. Alle wichtigen Entscheidungen bedeuten die Gefahr des Scheiterns, für das ich am Ende die Verantwortung übernehmen müsste. Aber eben auch die Chance auf Erfolg. Risiken einzugehen gehört demnach zu einer Schlüsselfähigkeit für ein erfolgreiches (Berufs-) Leben. Aber vielen fällt das schwer. Ich kenne eine Menge Leute, die stets auf alles vorbereitet sind. Haben alle Risiken bedacht, ihre Eintrittswahrscheinlichkeiten berechnet und mögliche Konsequenzen klar umrissen. Und dann kommt das wirkliche Leben und macht Ihnen einen Strich durch die Rechnung. Und so kommt es, dass viele von ihnen zwar nie wirklich scheitern, aber eben auch nie wirklich erfolgreich sind. Sie bleiben unter ihren Möglichkeiten.

Deswegen möchte ich mit Ihnen heute ein paar „Übungen“ teilen. Kleine Risiken, die Sie jeden Tag eingehen können. Denn wenn Sie Experte im Risiko-Eingehen sind, können Sie auch Experte im Erfolg-Haben werden.

1. Fragen Sie nach konkretem Feedback

Ein viel diskutiertes Thema, aber am Ende fällt es doch vielen schwer, Feedback zu erhalten oder es sogar einzufordern. Wir kennen viele Gründe dafür, warum Feedback „falsch“ ist. Zum Beispiel vertrauen wir einer Person nicht oder halten sie für unwichtig, oder wir finden, jemand kann uns gar nicht beurteilen, hat keine Ahnung und so weiter. Vielleicht stimmt das auch. Aber selbst, wenn 90 Prozent des Feedbacks tatsächlich wenig hilfreich sind, sind es vielleicht die restlichen 10 Prozent, die uns wachsen lassen (hier geht es zu einem tollen TED Talk über genau dieses Thema). Fragen Sie also Ihre Mitarbeiter oder Kollegen einmal direkt: „Wie fanden Sie die Präsentation? Was war gut und was hätte ich besser machen können?“ So verpassen sie nicht die Chance, sich zu verbessern.

2. Treffen Sie eine Entscheidung

Das tun Sie dauernd, sagen Sie? Naja, vielleicht. Aber viele von uns neigen dazu, eine Entscheidung erst dann zu treffen, wenn wirklich alle Eventualitäten abgewogen sind und alle Informationen vorliegen – je höher auf der Karriereleiter, desto mehr. Schließlich ist das zu verhindernde Risiko größer geworden. Aber das ist in vielen Fällen ein Trugschluss. Denn erstens: Eine Entscheidung ist dann sicher, wenn äußere Reaktionen darauf zuverlässig vorausgesagt werden können. Das ist ein Fass ohne Boden und fast nie der Fall. Umsatzprognosen basierend auf den letzten Jahren oder auf Konkurrenzunternehmen sagen nichts über technologischen Fortschritt und Veränderungen auf dem Markt aus. Menschliches Verhalten vorauszusagen ist ohnehin unmöglich. Und zweitens: Je höher Sie auf der Karriereleiter klettern, desto mehr Entscheidungen müssen Sie unter Unsicherheit treffen, immer. Sie kennen einfach nicht mehr so viele Details. Wenn Ihnen das schwerfällt, üben Sie das Treffen von Entscheidungen unter Risiko im Kleinen – jeden Tag. Sie wollen etwas kaufen, das Ihnen gefällt, haben aber nicht alle Alternativen gesehen? Kaufen Sie es. Je mehr Entscheidungen unter Unsicherheit Sie treffen, desto mehr vermeiden Sie das Risiko, Wichtiges nicht umzusetzen.

3. Treffen Sie jemanden Unbekanntes

Auch das tun Sie regelmäßig? Aber vielleicht nicht, weil Sie das entscheiden. Falls Sie jemanden schon länger aus der Ferne betrachten, weil sie ihn oder sie gern in ihrem beruflichen Netzwerk hätten oder etwas Bestimmtes fragen wollen, tun Sie es. Ich kenne nicht wenige Menschen – auch hochrangige Manager – die nur dann den Kontakt suchen, wenn sie vor Ablehnung relativ sicher sind. Sprechen oder schreiben Sie doch einmal jemanden an, bei dem Sie das nicht sind. Was soll schon passieren? Tun Sie das nicht, riskieren Sie, dass Ihr Netzwerk nicht wächst oder nur so, wie es sich eben zufällig ergibt.

4. Machen Sie etwas allein

Das ist etwas, das ich selbst erst lernen musste. Etwas allein zu machen, was man üblicherweise eher mit anderen macht: Essen gehen, ins Kino gehen, einen neuen Sportverein suchen. Heute kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, das nicht zu tun. Für die meisten von uns besteht der Vorbehalt dagegen ja darin, dass man sich sorgt, was die Leute denken könnten. Eine Frage, die meist überflüssig ist und das Risiko beinhaltet, dass wir nicht das tun, was wir für richtig halten oder was uns gefällt.

5. Sagen Sie Ihre Meinung öffentlich

Man muss nicht gleich ein Buch schreiben oder eine Live-Aufnahme im Social Web posten (oder ein Blog). Aber viele tun sich schon schwer, eine Meinung, Haltung oder Information mit anderen sichtbar zu teilen. Denn man weiß ja nicht, wie sie es aufnehmen, ob sie die Meinung teilen oder einen Kommentar mögen. Wer sich aber nie zeigt kann sich nur schwer verändern. Außerdem ist es ein relativ einfaches Übungsfeld, um sich professionell darzustellen. Sie sind IT-Experte? Schreiben Sie einen Kommentar zu einem Artikel z. B. über ein neues Apple-Produkt. So vermeiden Sie nämlich das Risiko, überhaupt nicht wahrgenommen zu werden.

6. Lesen und denken Sie

Und wo soll das Risiko sein? Vielleicht erinnern Sie sich an eine kleine Episode über Warren Buffet hier im Blog, ich schrieb darüber hier. Warren Buffet erzählte dem Gründer von Airbnb, dass er sich maximal ein Meeting pro Tag erlaubt. Ansonsten arbeite er weitgehend frei von allen Medien und lese und durchdenke Themen in der Tiefe. Dazu gehört eine ganze Menge Mut. Selbst wenn es nicht gleich wie bei Warren Buffet 80 Prozent seiner Karriere sind, die man vermeintlich unproduktiv verbringt, sondern sagen wir 10 Prozent oder 20 Prozent – in dieser Zeit gehen wir in das Risiko, eine höchst wichtige Mitteilung zu verpassen. Vielleicht geht uns ein Geschäft durch die Lappen oder ein Witz oder eine Information. Was sich aber wie ein Risiko anhören mag ist in Wirklichkeit eine Investition. Das tatsächliche Risiko ist es, die Chance zu verpassen zu lernen sich weiterzubilden.

Ich las einige dieser Empfehlungen in einem Beitrag von Avery Blank, einer in den USA sehr bekannten Strategin und Juristin. Sie sagt, dass erfolgreiche Menschen täglich mehrere Risiken eingehen. Das glaube ich auch. Und wer sich bei der einen oder anderen Übung unwohl fühlt, sollte sich fragen, warum. Ist es etwas, das Sie noch nie getan haben? Das ist kein Grund. Wer wachsen und erfolgreich sein will, sollte die Fähigkeit haben, Risiken einzugehen. Man kann es üben wie Fahrradfahren. Fangen sie gleich an.

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