Remote führen

Remote führen

Führen auf Distanz ist ein komplexes Phänomen: weniger Kontrollmöglichkeiten und weniger persönlicher Kontakt einerseits; mehr und damit auch neue Kommunikationsmöglichkeiten andererseits. Führungskräfte sollten dabei einige Punkte beachten, damit die Führung gelingt und die Teams effizient arbeiten können – egal ob regional, national oder international.

Laut einer Umfrage des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG unter rund 1.300 Unternehmen weltweit ist der Trend klar: Mehr als drei Viertel der Befragten wollen mehr Remote Work ermöglichen. Die richtige Technik ist meiner Meinung nach dabei nur eine von einigen wichtigen Voraussetzung für das Gelingen von mehr Home-Office.

Vertrauen und Selbstführung

Die größte Herausforderung, die das Führen auf Distanz mit sich bringt, ist die Fähigkeit, den Kollegen nah zu sein, obwohl man räumlich voneinander entfernt ist. Im Silicon Valley bringt es die einfache Formel “being there when you are not there” auf den Punkt. Der Erfolg der Führung auf Distanz wird im Wesentlich davon bestimmt, dass die Führungskraft eine vertrauensvolle Beziehung zu den Mitarbeitern aufbaut – egal an welchem Ort der Welt sie sitzen. Die Führungskraft muss ihnen alle relevanten Informationen liefern und dem Team Orientierung geben. Gerade auf Distanz sollte gegenseitiges Vertrauen gezeigt werden. Verzichten Sie auf kleinteilige Kontrollen und führen Sie stattdessen ergebnisorientiert.  

In einem räumlich voneinander getrennten Team muss sich jeder einzelne Mitarbeiter selbst führen können. Das Team muss kollaborieren und sich abstimmen können. Dazu brauchen die Mitarbeiter einen klaren Rahmen – und manchmal auch eine sehr enge Führung. Richtung und Ziele müssen eindeutig sein und die Regeln sehr deutlich ausgesprochen werden. Genau genommen ist das gefragt, was ich bereits in einigen Blogposts als „agile Führung“ bezeichnet habe. Eine teamorientierte Führung, deren Aufgabe vor allem darin liegt, einen Rahmen für Zusammenarbeit zu schaffen. Nur, dass diese eben vor allem online stattfindet. Wer das noch einmal nachlesen möchte, dem empfehle ich diesen Beitrag.

Mein Tipp: Klare Regeln und Strukturen sind in der Remote-Führung sehr wichtig. Setzen Sie bisherige Büro-Rituale wiedererkennbar ins Digitale um. Strukturgebend sind beispielsweise feste und für alle verbindliche Kommunikationszeiten und Instrumente wie die Agenda oder die Dokumentation von Gesprächsergebnissen. 

Richtig virtuell meeten 

Die wichtigsten Puzzlesteine in der Zusammenarbeit sind gute Meetings. „Richtig meeten“ ist aber schon analog eine wirkliche Kunst. Gleichzeitig ist ein Meeting das wichtigste Instrument bei der Führung auf Distanz. Es geht nicht allein um das Übertragen von Aufgaben, sondern um das Übertragen von Verantwortung. Niemand übernimmt gerne Verantwortung, wenn der Rahmen nicht klar genug ist, um den Handlungsspielraum zu begrenzen.

Mein Tipp: Laden Sie Ihre Teams ein, ihre Erfahrungen zu reflektieren und daraus konkrete Handlungen abzuleiten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass kurze, regelmäßige Formate helfen, Stolpersteine rechtzeitig zu erkennen und die Kommunikation zu verbessern. Ein bewährtes Beispiel sind kurze Meetings zum Start in den Tag.

Die richtige Technik

Videokonferenzen boomen. Allein die Entwicklung von „Zoom“ ist gigantisch. Im ersten Quartal 2020 stieg der Umsatz des Videokonferenzanbieters aus Kalifornien gegenüber dem Vorjahr um 169 Prozent von 122 auf 328 Millionen Dollar. Allerdings sollten Sie Videokonferenzen über Zoom, Skype oder Microsoft Teams nicht überbewerten. Remote arbeitende Teams brauchen meiner Meinung nach Technik, die

  1. einem schnellen und möglichst verlustfreien Austausch von Informationen und Daten dient,
  2. dazu beiträgt, dass Menschen eine Beziehung zueinander aufbauen und halten können,
  3. bei der Entwicklung neuer und kreativer Lösungen hilft.

Mein Tipp: Vergessen Sie bei der Wahl der richtigen Technik nicht, dass Zusammenarbeit kein mechanischer Prozess ist, sondern Kommunikation auf verschiedenen Ebenen erfordert. Behalten Sie im Auge, wie wichtig eine eindeutige und schnelle Kommunikation ist. Ein gemeinsamer Kalender ist ein Muss und eine sichere Cloudlösung erleichtert den Datenaustausch.

Voraussetzung: Digitale Kultur 

Im Lockdown haben wir erlebt, wie anders Führung ist, wenn sich das Team an unterschiedlichen Orten befindet. Gerade Innovation und Dynamik so zu erreichen, wie es persönlich möglich ist, ist eine große Herausforderung. Remote fehlen wichtige zwischenmenschliche Faktoren, wie der persönliche Connect, Lernen durch Nachmachen oder Teamgefühl und Identifikation mit dem Unternehmen.
Für ein erfolgreiches, remotes Arbeiten sind die Eigeninitiative und das Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter und das Führungsverständnis, die Medienkompetenz und die Sensitivität der Führungskräfte relevant. Soll es weiterhin darum gehen, bei den Mitarbeitern mobiles Arbeiten zu fördern, muss auch die Art der Führung darauf einzahlen. Aber auch die Unternehmensstruktur muss sich anpassen, um den optimalen Miix aus remote und vor Ort zu erreichen.

Sie sind auf dem Sprung zu einer neuen Herausforderung? Kommen Sie zu uns. Die top itservices AG ist ein leistungsstarkes Unternehmen mit hervorragenden Karrierechancen. Wir wachsen und suchen intern Mitarbeiter für die Bereiche Sales und Recruiting. Hier geht es zu unseren Stellenausschreibungen.

Karriere bei der top itservices AG

Zudem vermitteln wir IT-Spezialisten als Freelancer und in Festanstellung und beraten Sie als Unternehmen beim rechtssicheren Einsatz von Fremdpersonal und externen Ressourcen.  Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns über Ihre Nachricht!

Bildquelle: fizkes / AdobeStock