The start-up of you

The start-up of you

Es ist mal wieder an der Zeit für eine Buchvorstellung für Sie. Heute: “The start-up of you“. Viel Spaß!

Warum ist dieses Buch relevant?

Die Arbeitswelt hat sich verändert. Sie ist schneller geworden, vernetzter, unsicherer, aber auch in weiten Teilen interessanter und vielseitiger. Diese Veränderung für sich zu nutzen, dabei die Kontrolle über seine Karriere zu behalten und authentisch zu bleiben – das lehrt uns dieses Buch. Dabei wird klar: Jeder von uns sollte ein Unternehmer in eigener Sache sein, der Entrepreneur der eigenen Karriere, egal in welchem Beruf. Ich persönlich nutze das Buch oft als Geschenk nach dem ersten Meeting.

Was ist die Essenz dieses Buches?

Die beiden Autoren Reid Hoffman und Ben Casnocha haben sechs Erfolgsfaktoren zusammen getragen, um eine Karriere erfolgreich an die neuen Bedingungen anzupassen. Hoffmann weiß, wie es geht. Er ist Gründer von LinkedIN, des weltweit größten Business Netzwerkes und DER Mega-Netzwerker im Silicon Valley. Die sechs Faktoren stehen auf zwei gedanklichen Grundpfeilern. Erstens: Betrachte Deinen Berufsweg als permanente Beta-Version, denn Du bist in permanentem Aufbau begriffen. Und das heißt, dass Du andauernd und ständig in Dich selbst investieren musst. Zweitens: Entwickle ein unternehmerisches, lernfähiges Skillset, das das Beste des Silicon Valley auf Deine eigene Karriere übertragbar macht.

Was mir dieses Buch bedeutet

Das Buch „The start-up of you“ greift viele Hürden auf, die mir in meiner Berufspraxis mit IT-Fachkräften, Technikern und Ingenieuren, aber auch im privaten Umfeld immer wieder begegnen, und macht sie überwindbar. Meistens haben diese Hürden damit zu tun, sich selbst zum Akteur zu machen und dabei nicht zu vergessen, in sich selbst zu investieren – so, wie man in sein Start-up investieren würde. Und das geht so:

1. Entwickle einen Wettbewerbsvorteil

Für viele IT-Fachkräfte, mit denen ich spreche, klingt das entweder falsch oder nicht machbar. Sie wollen sich nicht im Wettbewerb mit anderen sehen oder sind der Meinung, dass sie ohnehin nichts Herausragendes können. Beides ist natürlich Quatsch. Gemeint ist hier, dass man sich eine Nische sucht, irgendetwas heraussucht, das es so im direkten Umfeld noch nicht gibt. Das kann etwas eher Kleines sein, zum Beispiel ein spezielles Branchen Know-how, eine wirtschaftliche Weiterbildung oder eine soziale Fähigkeit, die eher selten ist (Assets). Dies gilt es dann, mit den eigenen Zielen (Aspirations) abzugleichen und an die Marktnachfrage (Market Realities) anzupassen. Dabei ist kein Aspekt davon unabänderlich. So gibt es in den USA Basketballspieler, die gut sind, aber in den USA den großen Wurf nicht landen werden. Viele von ihnen sind äußerst erfolgreich in Europa – sie haben ihr Marktumfeld verändert.

Sweet Spot

2. Plane deine Anpassung

Natürlich gibt es sie noch, die Frage, wo man in fünf Jahren stehen möchte, ich selbst stelle sie auch manchmal. Diesen Plan darf man durchaus haben, aber der Fokus sollte woanders liegen, nämlich in einer permanenten Anpassungsfähigkeit an Veränderungen. Und das bedingt, dass jeder Plan in die Zukunft beinhalten muss, das Lernen von neuen Fähigkeiten oder von neuem Wissen mit einzukalkulieren! Dabei gibt es einen Plan A, der Deinen Wettbewerbsvorteil und Deine aktuellen Fähigkeiten optimal nutzt. Und einen Plan B, der greift, wenn das nicht klappen sollte oder Du merkst, dass es anders besser geht. Und einen Plan Z. Plan Z ist Dein Fall-back. Dein Rettungsboot, in das Du springst, wenn irgendetwas unerwartet und signifikant schief geht. Der Job, der Dich ernährt, bis Du wieder zurück im Spiel bist.

3. Du brauchst ein Netzwerk

Das an sich ist nichts Neues. Hier geht es aber darum, dass Du selbst über die Interaktion mit anderen überhaupt erst zu dem wirst, was Du persönlich und beruflich morgen sein wirst. Hoffman und Casnocha nennen das „I-we“, ein schöner Begriff, wie ich finde. Dabei unterscheiden sie in zwei Netzwerktypen: die einen sind die, mit denen wir eng, gleichsam freundschaftlich verbunden sind denen wir vertrauen, für die wir einstehen, deren Rat wir schätzen, die wir selbst fördern und unterstützen und mit denen wir gemeinsam Projekte vorantreiben, wenn es die Situation erlaubt. Die anderen sind das erweiterte Netzwerk. Leute, die wir über zwei oder drei Ecken kennen, mit denen wir in sozialen Netzwerken direkt oder indirekt verbunden sind und die wir nicht notwendiger Weise persönlich kennen. Wichtig ist das Verständnis, dass Beziehungen so funktionieren, wie alles, was lebendig ist: wenn sie nicht stärker werden, werden sie schwächer. Es geht also um Beziehungspflege! Viele von uns haben die Erfahrung schon einmal gemacht. Man postet einen interessanten Artikel oder kommentiert einen anderen und steht plötzlich in Kontakt mit einer völlig in Vergessenheit geratenen Bekanntschaft. Und genau die ist es, die einem vielleicht den nächsten Job verschafft oder den wertvollen Tipp gibt, den man gerade benötigte. Nicht nur privat, auch beruflich gilt also: Pflegen Sie Ihre Beziehungen!

4. Verfolge Möglichkeiten zum Ausbruch

Hiermit ist keineswegs ein Ausbruch im Sinne einer Flucht gemeint. Es geht vielmehr um unerwartete Abzweigungen, die sich nur dann auftun, wenn man sie zulässt. Wenn man Zufälligkeiten Zeit und Raum gibt. Ein wichtiger Gedanke, finde ich, denn es gibt immer wieder Zeiten, in denen man gefangen ist vom Alltag und seinen Pflichten. In diesen Zeiten wird man wahrscheinlich keine neue Idee haben und auch keine neuen Leute kennenlernen, die einen auf unerwartete Gedanken bringen. Genau das braucht aber jede erfolgreiche Karriere. Nehmen wir den IT-Spezialisten, der jahrelang in mittelständischen Unternehmen gearbeitet hat, aber eigentlich in einen großen Konzern möchte. Der braucht vielleicht den Mut, zu kündigen und sich als Externer in Großkonzerne verkaufen zu lassen, bis er selbst dort landet und Karriere machen kann. Oder andersherum, vielleicht möchte er eine eigene Firma aufziehen und findet weder Zeit noch Raum, darüber überhaupt konkret nachzudenken. So jemand braucht ausreichend Auszeiten und den Austausch mit ganz „artfremden“ Menschen, um auszubrechen und seine Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen.

5. Gehe intelligente Risiken ein

Dieser Punkt schließt sich an den letzten logisch an: Es geht nicht darum, ohne Helm Motorrad zu fahren, sondern darum, ein gewisses Risiko einzukalkulieren. Zu verstehen, dass keine neue Möglichkeit im Leben ohne Risiko ist, keine. Es macht also zum Beispiel Sinn, einen Job zu kündigen, wenn mich das zum nächsten, besseren Job oder eine erfolgreiche Selbstständigkeit führen kann. Natürlich nur dann, wenn ich mir darüber vorher gründlich Gedanken gemacht habe und meine Chancen kenne. Wenn ich sie aber kenne und nicht nutze, weil mir das Risiko zu groß ist, bin ich dumm.

6. Wen Du kennst, ist was Du weißt

Hier geht es – anders, als die Formulierung vermuten lassen würde – um Wissensmanagement. Unser Bildungssystem hat uns gelehrt, sehr viel Wissen in uns hinein zu stopfen, in dem wir lesen und uns bilden, und es dann zu einem bestimmten Zeitpunkt, zum Beispiel unserem Examen, wieder auszuspucken. Aber heutzutage ist jeden Tag Examen. Wir müssen also in der Lage sein, ständig das Wissen und die Informationen zu erlangen, die wir gerade brauchen. Und dafür müssen wir sprechen, uns austauschen. Nur dadurch erfahren wir, welcher Teil unseres Könnens gerade gefragt ist, welchen Allianzen wir vertrauen können, wie hoch ein Risiko tatsächlich ist und welche Chancen in einer möglichen Entscheidung stecken können. Mir begegnet dieser Effekt oft im Zusammenhang mit Outplacement – also der Beratung und Wiedereingliederung von Fach- und Führungskräften, denen die Entlassung droht oder die bereits entlassen sind. Manchmal haben die jahrelang nur mit ihren direkten Kollegen über ihren Job gesprochen und kenne ihren Marktwert gar nicht. Erst, wenn sie in Kontakt treten mit Beratern, die ihnen Möglichkeiten aufzeigen und ihr Wissen in die richtige Relation setzen, fangen sie an, sich zu bewegen. Besser ist es natürlich, das kontinuierlich zu tun und sich so stets über seine Möglichkeiten im Klaren zu sein.

Dieses Buch lenkt den Blick also auf uns selbst als Gestalter unserer Karriere in einer durch das schnelllebige Internet geprägten Zeit. Und zeigt, dass wir diesen Mechanismen keineswegs hilflos ausgeliefert sind, egal, welchen Beruf wir ausüben! Wenn wir ständiges Lernen, intelligente Risikofreude, die Erlangung eines relevanten Marktwertes durch Investition in uns selbst, Anpassung und permanentes Netzwerken zum Mittelpunkt unserer Pläne machen, können wir lebenslang erfolgreich sein.

Und das Gute ist: Wir können sofort damit anfangen.

 

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