Working Space Home Office – Tipps für Freelancer und solche, die es werden wollen

Working Space Home Office – Tipps für Freelancer und solche, die es werden wollen

Für Wissensarbeiter, also zum Beispiel IT-Experten, ist die zeitliche und räumliche Flexibilität in ihrer Arbeitsgestaltung sinnvoll und erhöht sowohl ihre Arbeitszufriedenheit, als auch ihre Produktivität, so eine Untersuchung im Rahmen der Office 21-Studie des Fraunhofer Institutes. Wer plant, sich als IT-Freelancer selbstständig zu machen, muss sich vorher im Klaren sein: Will ich von zu Hause aus arbeiten oder will ich mir ein Büro, zum Beispiel im Coworkingspace, anmieten? Schließlich gehört die Kalkulation von Bürokosten bereits in den Businessplan. Das Home Office bietet natürlich enorme Vorteile gegenüber einem herkömmlichen Büro. Ich habe einige für Sie gesammelt und ich finde, es klingt äußerst verlockend:

  • Ruhe: Im Home Office können Sie ungestört arbeiten. Kein Kollege stört, kein Kopierer rattert. Für Aufgaben, bei denen man sich konzentrieren muss, ist Ruhe ein kostbares Gut.
  • Zeitersparnis: Der Weg vom Home Office nach Hause ist kurz, sehr kurz. Einen Türrahmen lang. Das spart viel Zeit und gibt zudem Flexibilität, auch in kürzeren Abständen zwischen Privatem und Arbeit zu wechseln.
  • Selbstbestimmung: Im Home Office hat man sehr flexible Arbeitszeiten. Wer mag, geht in kurze kreative Phasen und zwischendurch Blumen gießen oder Gewichte stemmen. Ein anderes Mal kann man sich sechs Stunden ungestört einer Aufgabe widmen – wenn es sein muss, auch nachts.
  • Wohlfühlfaktor: Ihr Home Office können Sie sich genau so einrichten, wie Sie es für Ihre Arbeit brauchen. Vom Palmenurwald bis zum puristischen Designertisch: Alles ist erlaubt, was hilft, die eigene Produktivität zu steigern.

So weit, so gut. Fragt man aber Freelancer mit Home Office, stellt man schnell fest, dass es auch Nachteile dabei gibt. Diese zum Beispiel:

  • Disziplin: Im Home Office sitzt niemand sonst an einem Schreibtisch und arbeitet. Stattdessen verlocken der Garten, die Bücher im Bücherregal, das Internet, der Fernseher und manchmal sogar der Hausputz dazu, sich eben doch ablenken zu lassen.
  • Aufhören: Einer unserer Freelancer erzählte mir, als ich mit ihm über die Vor- und Nachteile des Home Office sprach, das schwierigste sei für ihn das Aufhören. „Ich bin ein disziplinierter Arbeiter, vielleicht sogar ein Workaholic. Für mich gab es im Home Office praktisch keinen Feierabend. Am Ende habe ich mir deshalb ein Büro angemietet. Wenn ich da raus gehe, weiß ich: Ich habe Feierabend.“
  • Zeitmanagement: Was Segen ist, ist gleichzeitig auf Fluch. Sie müssen Ihre Arbeitszeit komplett allein managen. Keiner geht zur Mittagspause, nur wenige werden Sie fragen, ob Sie etwas schon fertig gestellt haben oder wie lange Sie noch brauchen. Wenn Sie dazu neigen, sich zu verzetteln, ist diese Gefahr im Home Office größer.
  • Infrastruktur: Im Home Office müssen Sie alles selbst organisieren, vom PC-Anschluss und Firmentelefon über die Reinigung bis zur kompletten Büroausstattung. Briefumschläge sind alle? Es fehlt eine Steckdose? Der Kopierer spinnt? Im Home Office sind Sie mit diesen Themen allein, in Bürogemeinschaften oder Coworkingspaces ist vieles davon bereits vorhanden, wird gewartet und Sie mieten das einfach mit.
  • Meetingräume: Kundentermine oder Abstimmungen mit anderen Projektpartnern gehen zu Hause meist schlecht. Niemand mag seine Geschäftspartner oder gar Kunden erst über die Kindergummistiefel stolpern lassen, bevor sie im Büro angekommen sind. Für Termine muss dann ein externes Büro angemietet werden, was im Zweifel für so kurze Einsätze recht teuer sein kann und außerdem unprofessionell wirkt.
  • Einsamkeit: Im Home Office treffen Sie niemanden in der Teeküche, keiner sagt „Hallo“, wenn Sie kommen oder „Tschüss“, wenn Sie gehen. Für den Wortkargen ist das wunderbar. Für Kontaktfreudige aber nahezu beklemmend auf Dauer.

Aus diesen Vor- und Nachteilen ergeben sich einige Tipps, die Sie als Freelancer bezüglich Ihrer Bürosituation beachten sollten:

  1. Arbeitsmäßige Gestaltung: Achten Sie darauf, dass Ihr Home Office eine Arbeitsatmosphäre ausstrahlt. So verringern Sie die Gefahr, auch während der Arbeit ständig Privates zu erledigen. Nebenbei: Das gilt nicht nur für Ihr Büro, sondern auch für Sie selbst. Das Klischee vom Homeworker im Bademantel gibt es nicht umsonst. Einer Freelancer sagte letztens zu mir: „Für mich ist es wichtig, mich einigermaßen würdevoll anzuziehen. Es muss ja kein Anzug sein, aber ich muss das Gefühl haben, ich könnte so auch zur Arbeit gehen. Sonst fühlt es sich mehr wie Freizeit an.“
  2. WLAN. Sorgen Sie für ein gut funktionierendes WLAN, beziehungsweise rüsten Sie Ihre Hardware falls erforderlich rechtzeitig nach.
  3. Schaffen Sie Strukturen. Gerade, wenn Sie dazu neigen, unstrukturiert und impulshaft zu arbeiten oder sich zu verzetteln, sollten Sie sich Arbeits- und Pausenzeiten organisieren und Prioritäten setzen. Wir machen gute Erfahrungen mit dem Prinzip des „Getting Things Done“ nach David Allen. Über dieses wie ich finde wunderbare Buch hatte ich vor einiger Zeit auch bereits gebloggt, und zwar hier.
  4. Kombinieren Sie. Hier kommt der wichtigste, wenn auch banal erscheinende Tipp: Machen Sie beides, Home Office und externes Büro. Mit wem immer ich spreche, am zufriedensten sind die, die eine Wahl haben. Sie brauchen eine pure Arbeitsatmosphäre, Abgrenzung von zu Hause, einen Besprechungsraum oder den Austausch mit Kollegen? Ab in den Coworkingspace oder das von Ihnen angemietete Büro! Sie wollen ungestört zu Hause arbeiten, brauchen Ruhe oder wollen Ihre kreativen Phasen durch kurze Sporteinheiten anheizen? Bleiben Sie im Home Office. Wer die Wahl hat, wird schnell herausfinden, was wann für ihn am besten ist. Schließlich ist das Arbeitsleben nicht gleichbleibend und wir Menschen sind das auch nicht.

Übrigens: Sprechen Sie unbedingt vorab mit Ihrem Steuerberater, was absetzbar ist, denn das ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Es hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel Art und Ausstattung Ihres Home Offices, der Art Ihrer Tätigkeit, der Verteilung Ihrer Arbeitszeit, der Häufigkeit der Kundeneinsätze und Vielem mehr.

Nach dieser näheren Betrachtung bin ich fast ein bisschen neidisch auf die Freelancer mit Home Office und Bürogemeinschaft. Vielleicht mache ich das auch irgendwann. Bis dahin möchte ich Ihnen die offenen Angebote bei der top itservices AG für Freelancer ans Herz legen, bitte hier entlang!

 

 

Bildquelle: alpahspirit / shutterstock